
Schlechter Scherz, oder was? Keineswegs, das ist eine Täuschung. Es geht hier um rote Beeren, die eigentlich Äpfel sind.Botanisch gesehen, sind es winzige Äpfel – nur einen Zentimeter oder weniger groß.
Diese Äpfel zu essen, ist ein schlechter Rat

Die Zwergmispel (Cotoneaster) gehört zur Familie der Rosengewächse – genau wie Apfel, Birne oder Weißdorn. Ihre roten Kugeln werden im Alltag schnell als Beeren bezeichnet. Botanisch handelt es sich jedoch um kleine Apfel- beziehungsweise Scheinfrüchte. Im Inneren befinden sich je nach Art mehrere Kerne. Menschen sollten die Finger davon lassen: Zwergmispeln enthalten Amygdalin und gelten als schwach giftig.
Kleine Äpfel für Vögel
Damit ist die Zwergmispel ein schönes Beispiel dafür, wie sehr uns das Aussehen einer Pflanze täuschen kann: Ein Apfel muss keineswegs groß, grün oder rotbackig sein, am Baum hängen und später im Obstkorb liegen. Denn die Abnehmer dieser Früchte sind Vögel.
Wintervorrat am Strauch
Viele Zwergmispeln behalten ihre Früchte lange. Während anderes Pflanzenfutter im Laufe des Herbstes verschwindet, können die roten Mini-Äpfel noch bis in den Winter an den Zweigen hängen. Für Vögel werden sie dann zur Nahrungsquelle. Bei einigen Arten ist diese Eigenschaft so auffällig, dass etwa die Runzelige Zwergmispel auch als „Amselbrotbaum“ bezeichnet wird.
Erst kommen Insekten, dann Vögel
Interessant wird der Strauch bereits im Frühjahr und Frühsommer. Dann erscheinen zahlreiche kleine weiße, rosafarbene oder rötliche Blüten. Sie werden unter anderem von Bienen und Schmetterlingen besucht.
Es könnte schlechter sein
So wechselt die Kundschaft mit den Jahreszeiten: Erst kommen die Insekten wegen der Blüten, später die Vögel wegen der Früchte. Und für uns Menschen bleibt ein kleines botanisches Rätsel: eine „Beere“, die eigentlich ein Mini-Apfel ist.


